Metallica: Die Sonne scheint auch in der Hölle

Sie sind ohne wenn und aber eine der größten und erfolgreichsten Bands der Welt. Sie müßten nie wieder ein Konzert spielen oder gar ein Album aufnehmen. Und dennoch gibt es innerhalb von Metallica diesen Motor, der immer weiter läuft, immer wieder neue Impulse, Ideen und Inspirationen aufbringt. Es sei dahingestellt, ob dieser Motor in erster Linie auf den Namen Ulrich, Hetfield oder Q-Prime hört. Tatsache ist, daß Metallica in den letzten Wochen europaweit in den größten Stadien und Hallen Zuschauerrekorde brachen und Ende August nach Berlin luden, um ihr tatsächlich komplett fertiggestelltes „Death Magnetic“-Album den Medien vorzuspielen. Mehr noch: James Hetfield wagte den Weg in die Bundeshauptstadt, um über das Album zu reden. Nur wenige Tage vor der offiziellen Releaseparty für das neue Album, die standesgemäß in der brandneuen O2-Arena stattfinden wird.

Doch zunächst das neue Album. Nachdem in den Tagen zuvor die erste Single „The Day That Never Comes“ für Gesprächstoff sorgte, gab es in Berlin das komplette Album zu hören. Und –  um es vorwegzunehmen: – die Vorabprognosen, die eine Rückkehr in glorreiche „Ride The Lightning“- und „Master Of Puppets“-Zeiten ankündigten, waren nicht einmal verkehrt. Mit Rick Rubin auf dem Produktionssofa und Greg Fidelman an den Reglern vollbrachte die Band das Kunststück, wieder schnell und hart wie „damals“ zu klingen und sich dabei nicht zu wiederholen. Bei Stücken wie „The Day That Never Comes“, „All Nightmare Long“, “„The End Of The Line” oder „That Was Your Life“ gehen öfters einmal die „Master Of Puppets“- und „… And Justice For All”-Schubladen auf, um etwaige Vergleiche zu ziehen, das Instrumentalstück „Suicide & Redemption“ bietet aber nicht nur brillante Trujillo-Figuren, sondern auch eine fette Black Sabbath-Schlagseite.
Ob das neue Album eines Tages mit den glorreichen Alben der Band aus den Achtzigern verglichen wird, ist nicht einmal wichtig. Viel wichtiger die Erkenntnis, daß die „Load“-, „Reload“- und vor allem „St.Anger“-Konfusion ein Ende hat und daß neue Metallica-Stücke in den kommenden Konzerten der Band nicht wie Fremdkörper wirken werden.

Alan Hetfield kommt strahlend und voller Energie in den Konferenzraum eines Nobelhotels am Berliner Potsdamer Platz und wirkt bis in die Haarspitzen motiviert. Auf die Frage, wie ein eventueller neuer Film über die Band heißen könnte, antwortet er nach zwei Sekunden Bedenkpause voller Zuversicht: „Born Again“.

Nun ja… dann kann es ja losgehen…




   

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