
Normalerweise müßte ein Mann wie Iced Earth-Mastermind Jon Schaffer eine Dauereintrittskarte für die Klagemauer besitzen. Seit Jahren liefert er mit seiner Truppe ein Weltklassealbum nach dem anderen ab, heimst Kritikerlob in höchsten Tönen ein und entzückt die Fans reihenweise - nur: Der verdiente große Durchbruch ist bisher ausgeblieben. Das soll sich mit "Something Wicked This Way Comes" ändern. Der neue, nunmehr fünfte Longplayer ist dafür die beste Voraussetzung - der Rest ist reine Glückssache.
Wir erinnern uns: Im Break Out sprach Jon, anläßlich der letzten Scheibe "The Dark Saga", von seinem Vorhaben, die US-Comic-Kultfigur in Deutschland populärer zu machen und im Gegenzug dem, schon damals geplanten, Film soundtechnischen Feinschliff zu verpassen. Einerseits wurde Jons Anspruch erfüllt, denn in den folgenden Monaten durchstöberten unzählige Metalfans sämtliche Comicläden der Republik - ein wahres Spawn-Fieber war ausgebrochen. Doch es kam, wie es eigentlich nicht kommen durfte. Trotz der Pionierarbeit sahen Iced Earth keine Schnitte, als es darum ging, die begehrten Samplerplätze zu ergattern - stattdessen wurde ein annehmbarer Film mit schlechter Musik untermalt. Doch ein Jon Schaffer gibt eben niemals auf, sondern zeigt allen den Stinkefinger, indem er musikalisch mal eben noch locker einen draufpackt.
»'Something Wicked This Way Comes' ist für mich einfach nur der nächste, logische Schritt«, legt Jon los, den das deutsche Regenwetter gerade mächtig anpißt. »Ich konnte meine Kompositionstechnik verbessern, und vor allem Matt hat gesanglich noch mal Fortschritte machen können. Mir persönlich erscheint es so, daß wir uns immer noch weiterentwickeln können, und solange wir das tun, machen wir weiter. Würde ich irgendwann einmal das Gefühl der Stagnation verspüren, wäre es Zeit aufzuhören und die Musikerkarriere an den Nagel zu hängen. Ich bin jedenfalls mit dem Album sehr zufrieden.«
Darf Jon auch sein. Für mich persönlich ist "Something Wicked This Way Comes" um einiges stärker als "The Dark Saga". Würde ich sagen, daß es deutlich mehr "back to the roots" klingt, würde Jon wahrscheinlich die Augen verdrehen, weil ihn diese Forderung von Fans des legendären Debüts bestimmt schon im Schlaf verfolgt
Text Interview: Sven Lohnert
Text Internet: Sven Lohnert

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